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Arbeiten mit Fondant

Gerade dann wenn man sie am wenigsten braucht, passieren sie: Fehler. Ich könnte jetzt mit schlauen Sprüchen wie „Aus Fehlern lernt man“ oder „Übung macht den Meister“ daher kommen, damit ist euch aber im akuten Notfall auch nicht geholfen. Statt dessen gehe ich auf die Suche nach den Ursachen, damit euch und auch mir, die Fehler zukünftig nicht mehr so schnell passieren.

Falsches Zeitmanagement
Ein genauer Zeitplan kommt zwar etwas spießig daher, ist beim Kreieren einer Motivtorte aber unabdingbar! Irgendetwas geht nämlich meistens schief. Es ist daher ratsam, vor dem großen Ereignis eine Probetorte anzufertigen. Das hat nicht nur den Vorteil, dass ihr danach wisst, wie viel Zeit ihr für welche Schritte benötigt, sondern auch, dass ihr eurer finalen Torte den kulinarischen und optischen Feinschliff geben könnt. Was das richtige Zeitmanagement betrifft, so empfehle ich euch, die Arbeit auf mehrere Tage aufzuteilen.
Erster Tag:Kuchen backen, gut auskühlen lassen und gegebenfalls Befüllen.
Zweiter Tag:Den Kuchen versiegeln, mit Fondant überziehen und kühl lagern und die Torte dekorieren.

Torte nicht fondanttauglich gemacht
Bevor ihr euren Kuchen mit Fondant eindeckt, müsst ihr ihn fondanttauglich machen. Macht ihr das nicht, so wird das Fondant weich und klebrig, reißt an den Seiten und im schlimmsten Fall bilden sich auf der Tortenplatte kleine Fondantpfützen. Es gibt verschiedene Versiegelungsmethoden, die schnellste und simpelste ist, um den Boden einen Ring aus Buttercreme oder Ganache zu spritzen. In diesen Ring könnt ihr dann die Füllung geben und sie mit dem zweiten Tortenboden abdecken. Den gesamten Kuchen müsst ihr dann natürlich auch noch einmal versiegeln sowohl den Deckel als auch die Ränder!

Falsches kneten
Ob gekauftes oder selbst hergestelltes Fondant, um das Kneten kommt ihr nicht herum. Bevor ihr eure gesamte Kraft aber in die Zuckermasse steckt, solltet ihr das Fondant auf Zimmertemperatur bringen. So lässt es sich leichter verarbeiten. Vor dem Kneten steht das Einfetten der Hände. Das macht ihr am besten mit etwas Kokosfett. Sollte die Masse danach dennoch an euren Händen kleben bleiben, könnt ihr diese mit etwas Speisestärke einpudern.
Jetzt ist eure Muskelkraft gefragt. Aber Achtung: Kneten ist nicht gleich kneten. Achtet darauf, dass ihr in das Fondant „hinein knetet“ und so die gesamte Luft heraus drückt. Tut ihr dies nicht, so können unschöne Luftblasen entstehen. Falls euch das passiert, müsst ihr aber nicht wieder komplett von vorne anfangen, sondern könnt die Blase mit einer sauberen Nadel aufstechen und glatt streichen. Versucht, die Blasen so früh wie möglich zu entfernen. Wenn ihr sie erst am Ende, also nach dem Ausrollen entfernt, ist das Fondant oft schon zu dünn, um die Stelle zu kaschieren. Auch beim Ausrollen kann das Fondant etwas widerspenstig sein: Es bleibt überall kleben, nur nicht da, wo es soll. Auch hier ist Speisestärke das perfekte Hilfsmittel.

Zu wenig Fondant ausgerollt
Weniger ist hier nicht mehr. Wenn ihr Fondant ausrollt, muss dieses unbedingt größer sein als der Kuchen. Mit einem Rand von zehn Zentimetern zusätzlich solltet ihr gut hin kommen. Fehlt euch an den Rändern Fondant, ist es nur sehr schwer, die Decke unfallfrei wieder vom Kuchen zu bekommen. Rollt also lieber von vorne herein großzügig aus.

Falsche Lagerung
Ihr habt von eurer letzten Motivtorte noch Fondant übrig, stellt aber beim Auspacken der Masse fest, dass diese nicht mehr brauchbar ist? Dann habt ihr euer Fondant vermutlich falsch gelagert. Hier kommt eine kleine Eselsbrücke für euch: Das Wort „Lagerung“ beginnt mit dem Buchstaben L, ebenso wie die Wörter „lichtgeschützt“ und „luftdicht“. Man merke: Fondant muss lichtgeschützt und luftdicht gelagert werden, damit man es auch nach längerer Zeit wieder verwenden kann.
Auch bei der Lagerung der Torte solltet ihr einiges beachten. Grundsätzlich richtet sich die Haltbarkeit nach der Füllung der Torte. Ist diese beispielsweise mit Sahne befüllt, verringert sich logischwerweise die Haltbarkeit. Anders verhält es sich bei einem Kuchen ohne Füllung. Der Ort, an dem ihr eure Torte lagert, sollte möglichst kühl sein. Ob Keller oder Kühlschrank, beide Orte sollten trocken sein. Lasst eure Torte vor dem Servieren lange genug auf Zimmertemperatur kommen. Am besten deckt ihr die Torte mit einer Kuchenhaube (mit Deckel) ab, die ihr erst unmittelbar vor dem Servieren entfernt. So verhindert ihr, dass sich die in der Umgebungsluft enthaltene Feuchtigkeit auf der Torte ansammelt und dort das Fondant aufweicht.

Zum Schluss bleibt uns nur noch zu sagen: Traut euch! Fehler passieren und es muss nicht immer alles perfekt werden. Auch die Profis tappen ab und zu mal in kleine Stolperfallen. In solchen Fällen klebt man über einen kleinen Riss halt einfach mal eine schöne Dekoblume. Gewusst wie. Die Hauptsache ist, dass ihr genügend Extramaterial zu Hause habt.

Letztendlich kommt es eben nicht darauf an, wie makellos eure Torte ist, sondern mit wie viel Liebe ihr sie gebacken habt!

 

 

Quelle: Torten Boutique

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